Ein EA bezahlt mehr als den in Market Watch angezeigten Spread. Entscheidend sind die Gesamtkosten aus Positionsgröße, Haltedauer, Handelsfrequenz und Ausführungsqualität. Für einen fairen Vergleich müssen alle Bestandteile in dieselbe Einheit umgerechnet werden.
Fünf mögliche Kostenblöcke eines EAs
| Komponente | Wann sie anfällt | Warum sie variiert |
|---|---|---|
| Spread | Beim Einstieg und effektiv auch beim Ausstieg. | Symbol, Konto, Session, Nachrichten und Liquidität. |
| Kommission | Pro Seite oder Round Turn, oft je Lot. | Kontotyp, Volumenstufe und Währungsumrechnung. |
| Swap / Finanzierung | Beim Halten über den Rollover. | Richtung, Instrument, Wochentag und Brokerplan. |
| Slippage | Wenn der Fill vom angefragten Kurs abweicht. | Volatilität, Liquidität, Größe, Latenz und Routing. |
| Sonstige Gebühren | Je nach Broker und Konto. | Inaktivität, Umrechnung, Daten oder Auszahlung. |
Trennen Sie Handelskosten von Verwaltungsgebühren. Eine Auszahlungsgebühr betrifft den Kontoinhaber, verändert aber nicht die Erwartung eines Signals; Spread, Kommission, Swap und Slippage tun es.
Kosten in eine vergleichbare Einheit umrechnen
Nutzen Sie Kontowährung, Pips, Punkte oder Geld je Standardlot konsequent. Prüfen Sie Kontraktgröße und Tick Value; der Geldwert eines Pips ist nicht für jedes Paar und jede Kontowährung identisch.
Gesamtkosten ≈ Spreadwirkung beim Öffnen und Schließen + Round-Turn-Kommission + Swap der Haltedauer + Netto-Slippage. Verwenden Sie beobachtete Werte statt beworbener Minima.
Bei Kommission pro Seite ist für einen vollständigen Trade zu verdoppeln. Skaliert der EA mit mehreren Positionen, muss jedes Ticket berücksichtigt werden.
Kostenmodell an den EA anpassen
Scalper und Strategien mit kurzem Ziel reagieren meist stärker auf Spread und Slippage. Mehrtägige Swing-Systeme sind eher swapempfindlich. Ein Grid summiert Spread, Kommission und Finanzierung über mehrere Tickets; daher auch den gesamten Basket bewerten.
Spreadverteilung, Fill-Qualität und Round-Turn-Kommission.
Long-/Short-Swap und Triple-Swap-Tag.
Gesamtkosten und maximale Exposition.
Testen Sie die Kostensensitivität vor der Optimierung der Einstiegssignale. Ein Backtest mit unrealistisch niedrigem Fixspread kann eine fragile Strategie robust erscheinen lassen.
Repräsentative Kostendaten sammeln
- Typische Spreads genau während der EA-Zeiten erfassen.
- Rollover und Nachrichten nur einbeziehen, wenn dort gehandelt wird.
- Kommission und Swap aus der Historie exportieren.
- Anfrage und Fill bei Ein- und Ausstiegen vergleichen.
- Nach Symbol, Session, Richtung und Lotgröße gruppieren.
- Mit höheren, aber plausiblen Kosten stressen.
Nutzen Sie Medianwerte für den Normalfall und ungünstige Perzentile für den Stresstest. Entscheidend ist, ob nach realistischer Reibung noch Spielraum bleibt.
Konten fair vergleichen
Wählen Sie nicht allein nach Kosten. Stabilität, Regulierung, Auszahlungen und Ausführungsrichtlinie bleiben eigenständige Anforderungen.
Offizielle Quelle
Die MT4-Kontraktspezifikation zeigt Spread, Kontraktgröße, Tick Value, Volumenlimits, Swap und Handelszeiten des Brokers. Ergänzen Sie diese Daten durch die tatsächliche Kontohistorie.