Ein Währungspaar kann mehrere Tage steigen und in den letzten Stunden fallen. Ein gleitender Durchschnitt kann weiter aufwärts zeigen, obwohl die letzte Kerze darunter schließt. Keine der Beobachtungen muss falsch sein: Sie können unterschiedliche Zeithorizonte oder Phasen einer Bewegung beschreiben.
Dieser Leitfaden zeigt, wie du solche Beobachtungen einordnest, ohne einen Indikator als Prognose zu behandeln. Du legst den untersuchten Chart fest, ordnest die Daten mit einem einfachen gleitenden Durchschnitt und prüfst ein nachvollziehbares Rechenbeispiel. Das Ziel ist eine wiederholbare Marktbeschreibung vor jeder Entscheidung über Einstieg, Ausstieg oder Positionsgröße.
1. Lege fest, welchen Trend du erkennen möchtest
Ein Trend bezeichnet hier ein Richtungsmuster innerhalb eines festgelegten Chartabschnitts. Eine Aufwärtsstruktur besteht aus aufeinanderfolgenden höheren Swing-Hochs und höheren Swing-Tiefs, eine Abwärtsstruktur aus tieferen Hochs und Tiefs. In einer Seitwärtsphase kehrt der Kurs wiederholt in einen ähnlichen Bereich zurück, ohne diese Folge beizubehalten. Eine Übergangsphase passt möglicherweise in keine dieser Beschreibungen.
Ein Swing ist ein lokaler Wendepunkt, nicht jeder Wechsel der Kerzenfarbe. Seine Bestimmung braucht eine Regel. Was einige Kerzen später offensichtlich erscheint, war bei seiner Entstehung womöglich noch nicht erkennbar. Verwende nur Swings, die deine Regel zum jeweiligen Zeitpunkt bereits bestätigen konnte. Der Leitfaden zur Marktstruktur erläutert diesen zeitlichen Unterschied.
Halte das Beobachtungsfenster konstant. Wenn du denselben Chart nach einer H4-Betrachtung plötzlich als Fünfminutentrend bewertest, änderst du die Fragestellung. Den Widerspruch löst das nicht.
2. Was ein Trendindikator tatsächlich macht
Ein technischer Indikator wandelt Marktdaten in einen Wert, eine Linie oder eine andere Darstellung um. Ein Trendindikator hilft damit, Richtung, Beständigkeit oder verwandte Bewegungsmerkmale zu beschreiben. Der gleitende Durchschnitt ist ein einfaches Beispiel: Eine geglättete Datenreihe macht ihren jüngsten Verlauf leichter erkennbar.
Das Ergebnis hängt von den Eingaben ab. Andere Zeiteinheiten, Perioden, Preisfelder oder Brokerhistorien können andere Werte liefern. Ein Durchschnitt aus Schlusskursen misst etwas anderes als einer aus dem Mittelwert von Hoch und Tief jeder Kerze.
Ein Indikator bietet eine bestimmte Ordnung vorhandener Informationen. Er kennt keine noch nicht entstandenen Kurse. Sein Nutzen hängt davon ab, ob diese Ordnung deine Frage klarer beantwortet als der unverarbeitete Chart.
3. Unterscheide Richtung, Stärke und Beständigkeit
| Frage | Was du untersuchst | Was daraus nicht folgt |
|---|---|---|
| Richtung | Die Swing-Folge und ob ein Durchschnitt über ein festgelegtes Intervall steigt oder fällt. | Größe oder Wahrscheinlichkeit der nächsten Bewegung. |
| Stärke | Wie ausgeprägt eine gerichtete Bewegung nach einem definierten Maß ist. Der Average Directional Index (ADX) ist ein solches Maß. | Eine BUY- oder SELL-Anweisung allein aus der ADX-Hauptlinie. |
| Beständigkeit | Ob die Richtungsstruktur aufeinanderfolgende Rücksetzer im untersuchten Zeitraum übersteht. | Wie lange sie noch bestehen bleibt. |
Der ADX verdeutlicht den Unterschied: Seine Hauptlinie betrifft die Trendstärke; der Kurs und die getrennten Linien +DI und −DI liefern Richtungskontext. Ein steigender ADX belegt für sich genommen keinen steigenden Kurstrend.
Auch ein steiler Linienverlauf ist kein zwischen Charts übertragbarer Stärkewert. Die vertikale Skalierung verändert den sichtbaren Winkel. Halte für eine wiederholbare Steigungsbeschreibung eine tatsächliche Kursänderung über eine festgelegte Zahl von Balken fest. Die Winkel zweier Screenshots sind keine kalibrierten Messungen.
4. Trendindikatoren, Oszillatoren und „vorlaufende“ Signale
Die Kategorien beschreiben die Hauptaufgabe eines Werkzeugs und überschneiden sich. Ein gleitender Durchschnitt beschreibt häufig die Trendrichtung. Ein Oszillator wie der Relative Strength Index (RSI) stellt ein anderes Bewegungsmerkmal auf einer eigenen Skala dar. Der Moving Average Convergence/Divergence (MACD) wird aus gleitenden Durchschnitten abgeleitet und für Trend- wie Momentumanalysen genutzt; eine strikte Entweder-oder-Zuordnung passt nicht.
Nachlaufend bedeutet, dass ein Signal einer bereits in seinen Eingangsdaten vorhandenen Änderung folgt. Ein Durchschnitt benötigt neue Beobachtungen, um sich zu verändern. Vorlaufend bezeichnet meist ein Werkzeug oder eine Auslegung, die vor einer weiteren Bestätigung auf eine mögliche Wende hinweisen soll. Das bedeutet weder Kenntnis künftiger Kurse noch eine sichere Wende.
Ein Oszillator kann beispielsweise erhöht bleiben, während der Kurs weiter steigt. Eine frühe Warnung und eine spätere Bestätigung beantworten verschiedene Fragen. Keine ist automatisch überlegen; die eine nach der Aufgabe der anderen zu beurteilen, führt in die Irre.
5. Ein gleitender Durchschnitt als nachvollziehbares Beispiel
Ein einfacher gleitender Durchschnitt, SMA, gewichtet alle Beobachtungen seines Fensters gleich. Für einen Schlusskurs-SMA addierst du die letzten N Schlusskurse und teilst durch N. Ein exponentieller gleitender Durchschnitt, EMA, gewichtet jüngere Beobachtungen stärker. Das verändert die Reaktionsgeschwindigkeit, beseitigt aber keine Unsicherheit.
SMA(N) = (Summe der letzten N Schlusskurse) / N
Unterscheide zwei Beziehungen. Die Kurslage zeigt, ob der ausgewählte Schlusskurs über oder unter seinem zugehörigen Durchschnitt liegt. Die Steigung des Durchschnitts vergleicht dessen Wert mit einem früheren. Ein Schlusskurs kann unter einen weiterhin steigenden Durchschnitt fallen.
Das folgende Beispiel verwendet EURUSD, H1, SMA, Periode 5, Close (Schlusskurs), Chartverschiebung 0. Fünf Perioden halten die Rechnung übersichtlich. Das ist eine didaktische Wahl, keine allgemeine Empfehlung und kein optimierter Handelsparameter.
Füge in MT4 den integrierten Moving Average über den Navigator oder Einfügen → Indikatoren hinzu und prüfe die Einstellungen. Die Chartverschiebung bleibt hier bei null. Eine horizontale Verschiebung verändert den Zeichenort der Linie, nicht die verfügbaren künftigen Kurse.
6. Wähle Zeiteinheit und Periode vor der Bewertung
Die Zeiteinheit definiert eine Kerze, die Periode die Zahl der verwendeten Beobachtungen. Ein SMA(20) auf M15 nutzt zwanzig 15-Minuten-Schlusskurse, auf H1 zwanzig Stundenschlusskurse und auf D1 zwanzig Tagesschlusskurse. Trotz identischer Periodeneingabe sind das verschiedene Stichprobenfenster.
Außerdem sind zwanzig M15-Schlusskurse nicht gleich fünf H1-Schlusskursen, nur weil ihre nominelle Dauer fünf Stunden beträgt. Beobachtungen und Gewichte unterscheiden sich. Auch Sitzungslücken und die Balkengrenzen des Brokers spielen eine Rolle.
Ein kürzeres Durchschnittsfenster reagiert meist schneller und zeigt mehr kurzfristige Schwankung. Ein längeres glättet einen größeren Abschnitt, kann aber während einer deutlichen Korrektur eine alte Richtung beibehalten. Keine Einstellung macht aus einer Seitwärtsphase einen Trend.
Beginne mit dem zu beschreibenden Horizont und einem praktikablen Prüfplan. Wer H1 untersucht, formuliert eine H1-Aussage. Wenn du auch H4 mit Vierstundenkerzen betrachtest, dokumentiere das getrennt: „H4-Aufwärtsstruktur; H1-Rücksetzer“ ist aussagekräftiger als der Chartwechsel bis zur gewünschten Übereinstimmung.
7. Prüfe, ob die Kerze abgeschlossen ist
Der aktuelle Kurs einer laufenden Kerze kann sich bis zum Schluss ändern; ein darauf beruhender Indikator ebenso. In MT4-Kurszeitreihen bezeichnet Index 0 den aktuellen Balken. Der zuletzt abgeschlossene Balken liegt bei Index 1, sobald der nächste begonnen hat und die Daten verfügbar sind.
Vergleiche in dieser Routine abgeschlossene Schlusskurse mit den jeweils zugehörigen abgeschlossenen Indikatorwerten. Währungspaar, Zeiteinheit und Beobachtungszeitpunkt bleiben gleich. Ein Screenshot während einer Kerze und ein Journaleintrag nach ihrem Schluss können zu Recht unterschiedliche Werte zeigen.
Für einen Expert Advisor (EA) sind die Chartverschiebung des Indikators und der abgefragte Balken unterschiedliche Einstellungen. MQL4s iMA besitzt sowohl ma_shift als auch das letzte Argument shift. Einen geschlossenen Balken auszuwählen ist nicht dasselbe, wie die Linie zu verschieben.
8. Einen Aufwärtstrend Schritt für Schritt beurteilen
Dies ist eine synthetische EURUSD-H1-Folge. Sie erklärt das Verfahren, stammt nicht aus einem historischen Konto und enthält weder Trades noch Leistungswerte. Die Balken sind chronologisch nummeriert. Ein Pip entspricht hier 0.00010.
Stoppe zunächst nach Abschluss von Balken 12. Nutze Balken 13–15 noch nicht. Die letzten fünf für den SMA verfügbaren Schlusskurse sind:
| Abgeschlossener Balken | Schlusskurs |
|---|---|
| 8 | 1.10220 |
| 9 | 1.10190 |
| 10 | 1.10160 |
| 11 | 1.10210 |
| 12 | 1.10250 |
| Summe / 5 | 5.51030 / 5 = 1.10206 |
Der vorherige SMA bei Balken 11 beträgt 1.10186. Er ist somit über einen Balken um 0.00020 beziehungsweise 2.0 Pips gestiegen. Balken 12 schließt bei 1.10250, über seinem SMA von 1.10206.
Die Kursstruktur liefert eine weitere Beschreibung. Bestätigte Swing-Hochs liegen bei 1.10140 an Balken 3 und 1.10260 an Balken 8, bestätigte Swing-Tiefs bei 1.10000 an Balken 5 und 1.10120 an Balken 10. Jedes spätere Hoch und Tief liegt über seinem Vorgänger.
Ein Swing muss hier die Hochs der je zwei benachbarten Balken übertreffen oder deren Tiefs unterschreiten. Bestätigt ist er erst nach Abschluss des zweiten Folgebalkens; Gleichstände zählen nicht. Das Tief an Balken 10 ist daher erst bei Balken 12 eine bestätigte Referenz, nicht schon bei Balken 10. Das ist eine ausdrücklich gewählte Beispielregel, keine allgemeingültige Swing-Definition.
Ein begründbarer Journaleintrag: „Nach H1-Balken 12: bestätigte aufsteigende Swing-Folge; SMA(5) steigt; Schlusskurs über dem Durchschnitt. Letztes bestätigtes höheres Tief: 1.10120.“ Das dokumentiert verfügbare Hinweise, bestimmt aber weder Einstieg, Stop, vertretbare Positionsgröße noch Gewinnwahrscheinlichkeit.
9. Neu bewerten, wenn Kurs und Durchschnitt auseinanderlaufen
Gehe nun zum Schluss von Balken 15 bei 1.10210. Der SMA(5) beträgt 1.10244, nach 1.10234 an Balken 14. Der Schlusskurs liegt unter einem weiterhin steigenden Durchschnitt.
Das letzte bestätigte Swing-Tief bleibt 1.10120; die dazwischenliegenden Kerzen haben es nicht unterschritten. Auch das höhere Hoch an Balken 13 (1.10320) ist jetzt bestätigt, erst nach Abschluss von Balken 14 und 15. Durch die Kreuzung des Durchschnitts hat sich eine Beobachtung geändert. Eine Folge tieferer Hochs und Tiefs nach der festgelegten Swing-Regel ist dadurch allein nicht entstanden.
Eine sorgfältigere Aktualisierung lautet: „Die kurzfristige Kurslage hat sich abgeschwächt; der Durchschnitt steigt weiter; das letzte bestätigte höhere Tief ist intakt.“ Die nächste Beobachtung kann Klarheit schaffen oder das Bild unübersichtlicher machen. Dokumentiere die gemischte Lage, statt die Periode für einen schöneren Chart anzupassen.
Das Beispiel zeigt, warum „darüber kaufen, darunter verkaufen“ kein vollständiger Handelsprozess ist. Eine Strategie braucht weiterhin einen Auslöser, eine Ungültigkeitsbedingung, Ausführungsprüfungen und Risikoregeln. Die Pullback-Strategie mit gleitendem Durchschnitt behandelt diese eigene Aufgabe.
Vollständigen synthetischen OHLC-Datensatz anzeigen
Alle fünfzehn Zeilen sind illustrative Eingaben. In der ersten Momentaufnahme sind nur Zeilen 1–12 verfügbar, in der zweiten Zeilen 1–15.
| Balken | Eröffnung | Hoch | Tief | Schluss | SMA(5) |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 1.10000 | 1.10050 | 1.09980 | 1.10020 | — |
| 2 | 1.10020 | 1.10090 | 1.10010 | 1.10070 | — |
| 3 | 1.10070 | 1.10140 | 1.10050 | 1.10110 | — |
| 4 | 1.10110 | 1.10120 | 1.10040 | 1.10080 | — |
| 5 | 1.10080 | 1.10090 | 1.10000 | 1.10040 | 1.10064 |
| 6 | 1.10040 | 1.10110 | 1.10020 | 1.10090 | 1.10078 |
| 7 | 1.10090 | 1.10180 | 1.10070 | 1.10150 | 1.10094 |
| 8 | 1.10150 | 1.10260 | 1.10130 | 1.10220 | 1.10116 |
| 9 | 1.10220 | 1.10230 | 1.10160 | 1.10190 | 1.10138 |
| 10 | 1.10190 | 1.10200 | 1.10120 | 1.10160 | 1.10162 |
| 11 | 1.10160 | 1.10240 | 1.10140 | 1.10210 | 1.10186 |
| 12 | 1.10210 | 1.10280 | 1.10190 | 1.10250 | 1.10206 |
| 13 | 1.10250 | 1.10320 | 1.10230 | 1.10290 | 1.10220 |
| 14 | 1.10290 | 1.10310 | 1.10240 | 1.10260 | 1.10234 |
| 15 | 1.10260 | 1.10280 | 1.10180 | 1.10210 | 1.10244 |
10. Die Einschätzung mit Struktur und Kursniveaus abgleichen
Ein steigender Durchschnitt fasst sein Datenfenster zusammen. Er sagt nicht voraus, dass ein früheres Hoch gebrochen wird oder ein Rücksetzer an der Linie hält. Bestimme nahe Unterstützungen und Widerstände im Kurschart, statt den Durchschnitt als Barriere vorauszusetzen.
Ein aufwärts gerichtetes Bild direkt unter einem früheren Swing-Hoch ist anders zu beurteilen als dasselbe Bild, nachdem sich der Kurs von diesem Bereich entfernt hat. Das ist relevant, wenn eine separate Strategie den Platz bis zum nächsten Hindernis beurteilt. Dafür ist kein weiterer Indikator erforderlich.
Ein Rücksetzer durch den Durchschnitt und der Bruch einer vorher festgelegten Strukturreferenz sind ebenfalls verschiedene Ereignisse. Notiere, welches eintrat und ob deine Regel einen Docht oder einen abgeschlossenen Schlusskurs verlangt. Der BOS- und CHoCH-Leitfaden untersucht Strukturbrüche mit geschlossenen Kerzen, ohne jeden Bruch zur bestätigten Wende zu erklären.
11. Eine einfache Routine zur Trendbeurteilung
- Frage festlegen. Dokumentiere Paar, Brokerdatenquelle, Zeiteinheit, Preisfeld und die Verwendung abgeschlossener Balken.
- Zuerst den Kurs beschreiben. Bestimme die bestätigte Swing-Folge oder eine klar begrenzte Seitwärtszone. Halte eine Übergangsstruktur ausdrücklich fest.
- Eine verständliche Messung ergänzen. Berechne zunächst einen Schlusskurs-SMA. Lass Periode und Chartverschiebung während der Beobachtung unverändert.
- Beobachtungen trennen. Dokumentiere die Lage des Schlusskurses zum Durchschnitt und dessen Veränderung im gewählten Intervall.
- Widerspruch und Prüfbedingung nennen. Notiere nahe Niveaus und welche neuen Informationen die Beschreibung ändern würden. Prüfe sie zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt erneut.
Diese Routine übt die Interpretation; sie enthält keine automatische Einstiegsregel. Wenn du später ein Stärkemaß ergänzt, verstehe zunächst seine Bedeutung. Die ADX-Strategie mit gerichteter Bewegung trennt Stärke und Richtung.
12. Wann Trendeinschätzungen weniger hilfreich sind
Seitwärtsphasen erzeugen wiederholte Kreuzungen. Pendelt der Kurs um den Durchschnitt, sagt ein Seitenwechsel wenig über Beständigkeit. Ein langsamerer Durchschnitt kann manche Wechsel verringern, reagiert aber später. Bessere Handelsergebnisse sind nicht garantiert.
Übergänge können die alte Steigung erhalten. Starke frühere Beobachtungen bleiben im Fenster, obwohl der Kurs schon dreht. Umgekehrt kann das Herausfallen eines alten niedrigen Werts den SMA anheben, obwohl der neueste Schlusskurs sinkt.
Ein plötzlicher Schub kann den Abstand vergrößern. Eine gleichgerichtete Linie rechtfertigt nicht, einen weit gelaufenen Kurs, ein nahes Hindernis oder einen veränderten Spread zu ignorieren. Analyse und sinnvolle Ausführbarkeit eines Trades sind verschiedene Fragen.
Daten und Darstellung können den Vergleich erschweren. Fehlende Historie, andere Balkengrenzen oder Preisquellen können andere Werte ergeben. Prüfe diese Eingaben, bevor du einen Indikatorfehler oder ein falsches EA-Signal annimmst.
13. Indikatorsignal und EA-Regeln getrennt halten
Ein manueller Trader kann „Schlusskurs über steigendem Durchschnitt“ notieren. Ein Expert Advisor benötigt genaue Definitionen: Symbol, Zeiteinheit, Durchschnitt, abgeschlossene Balken, Steigungsvergleich und Verhalten bei fehlenden Daten.
Die Signaldefinition ist nur ein Teil des Handelssystems. Einstiegszeitpunkt, Ausstiege, Ungültigkeit, Kosten und Positionsgröße brauchen eigene Regeln. Der Leitfaden zum Risikomanagement behandelt die Exposition, die ein Indikator nicht festlegen kann.
Ein behaupteter Handelsvorteil muss separat bewertet werden. Nutze einen dokumentierten Backtesting-Prozess, berücksichtige Ausführungskosten und sammle anschließende Vorwärtsbeobachtungen. Die wiederholte Wahl der historisch am besten passenden Periode birgt Überanpassungsrisiken. Ein sauberes Beispiel oder eine ansprechende Linie belegt keine Leistung.
14. Pauschale Aussagen durch konkrete Beobachtungen ersetzen
| Kurzschluss | Präzisere Dokumentation |
|---|---|
| „Das Paar befindet sich im Trend.“ | „Auf H1 bilden diese bestätigten Swings zum Abschluss dieses Balkens eine Aufwärtsfolge.“ |
| „Der Kurs kreuzte den Durchschnitt, also hat der Trend gedreht.“ | Kreuzung, Steigung und Strukturreferenzen getrennt festhalten. |
| „Der Indikator hat seine Meinung geändert.“ | Prüfen, ob eine laufende Kerze mit ihrem endgültigen Schlusskurs verglichen wurde. |
| „Ein steilerer Chart bedeutet einen stärkeren Trend.“ | Eine definierte Kursänderung und ein Intervall verwenden; die Skalierung prüfen. |
| „Mehr übereinstimmende Indikatoren beweisen die Bewegung.“ | Prüfen, ob sie ähnliche Berechnungen auf derselben Kurshistorie wiederholen. |
| „Diese Periode funktioniert immer am besten.“ | Den Zweck der Einstellung nennen und außerhalb der Auswahlbeispiele prüfen. |
15. Checkliste vor der Trendbezeichnung
- Paar, Zeiteinheit und Bewertungszeitpunkt sind dokumentiert.
- Methode, Periode, Preisfeld und Chartverschiebung des Indikators sind bekannt.
- Die Analyse unterscheidet laufende und abgeschlossene Kerzen.
- Die verwendeten Swing-Referenzen waren zum jeweiligen Zeitpunkt erkennbar.
- Kurslage und Durchschnittssteigung sind getrennt dokumentiert.
- Seitwärtsphasen, Übergänge und widersprüchliche Hinweise bleiben sichtbar.
- Nahe Strukturniveaus und eine Bedingung zur Neubewertung sind genannt.
- Jede Handelsentscheidung benötigt zusätzlich Ausführungs- und Risikoregeln.
16. Fragen am tatsächlichen Chart
Kann der Kurs über einem Durchschnitt liegen, während der größere Trend fällt?
Ja. Während einer Korrektur innerhalb einer größeren Abwärtsstruktur kann er über einen kurzfristigen Durchschnitt steigen. Lege Zeiteinheit und Rückblickfenster vor dem Vergleich fest. Ein Schlusskurs über dem Durchschnitt ersetzt allein nicht die übergeordnete Swing-Folge.
Warum kann der Durchschnitt steigen, obwohl die letzte Kerze tiefer schließt?
Ein rollendes Fenster fügt eine Beobachtung hinzu und entfernt eine ältere. Beim SMA hängt die Änderung vom neuen Schlusskurs im Verhältnis zum herausfallenden ab, nicht nur zum unmittelbar vorherigen. Balken 15 des Beispiels zeigt diesen Unterschied.
Bedeutet ein steigender ADX, dass ich nach BUY suchen sollte?
Die ADX-Hauptlinie nennt keine Aufwärtsrichtung. Sie kann auch bei fallenden Kursen steigen. Lies die Richtung separat aus dem Kurs oder den Richtungskomponenten und wende danach die Regeln einer eigenständig definierten Strategie an.
Welche Zeiteinheit oder Durchschnittsperiode eignet sich für Anfänger?
Eine allgemein beste Kombination gibt es nicht. Wähle einen passenden Beschreibungshorizont und einen dauerhaft umsetzbaren Prüfplan. Beginne mit einer verständlichen Berechnung, halte ihre Einstellungen während der Übung fest und dokumentiere wenig hilfreiche wie eindeutige Einschätzungen. Die fünf Perioden dienen hier nur der Rechnung.
Macht das Warten auf den Kerzenschluss jeden Indikator repaintingfrei?
Nein. Es verhindert, einen unfertigen Wert als endgültig zu behandeln. Benutzerdefinierte Indikatoren können jedoch historische Signale ändern oder spätere Daten verwenden; auch Kursdaten können korrigiert werden. Prüfe Berechnung und tatsächliche Signalverfügbarkeit. Eine Schlusskursregel allein ist keine vollständige Prüfung.
Brauche ich einen kostenpflichtigen Indikator oder ein Live-Konto zum Üben?
Für dieses Beispiel sind weder Kauf noch Live-Trade nötig. Der integrierte Moving Average und die synthetischen Daten unter dem Beispiel reichen aus. Die Rechenübung belegt keine Rentabilität einer damit verbundenen Strategie.
17. Methode und Geltungsbereich
Berechnung und Plattformbeschreibung wurden mit der MetaQuotes-Dokumentation abgeglichen. Die offizielle Moving-Average-Referenz erläutert die Mittelwertverfahren. Datensatz, beide Momentaufnahmen und Journalroutine sind eigene didaktische Beispiele, kein getestetes Handelssystem.
Berechnungseinstellungen und Handelsregeln erfüllen unterschiedliche Zwecke. Die nächsten Leitfäden dieses Themenbereichs vergleichen einzelne Trendindikatoren und untersuchen ihre Kombination. Dieser erste Leitfaden schafft dafür die Grundlage für die Chartanalyse.